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Fachhochschule Düsseldorf
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Fachbereich Wirtschaft
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Forschungsschwerpunkt Kommunikationsforschung

Neue Studie: Social TV: Parallele Onlinenutzung beim Fernsehen erfolgt noch programmfern


Publikation der Studienergebnisse


Dinter, B. & Pagel, S. (2013): Social TV - Braucht das Fernsehen der Zukunft Interaktion? Social Media Magazin, Heft 1, S. 32-38
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Dinter, B. & Pagel, S. (2013). Werbekommunikation in digitalen Medienumfeldern – Hybrid TV, Social TV & Co. In H. Schramm & J. Knoll (Hrsg.), Innovation der Persuasion. Die Qualität der Werbe- und Markenkommunikation in neuen Medienwelten. Köln: Herbert von Halem Verlag.

 

Abstract der Studienergebnisse

 

Fernsehen findet heute nicht mehr ausschließlich auf dem klassischen TV-Gerät statt. Smartphones, Tablet-PCs und andere mobile Endgeräte werden parallel eingesetzt und führen zu einer neuen Form des Fernseherlebens, oftmals als „Social TV“ bezeichnet.

 

Zuschauer greifen hierbei Themen aus dem TV-Programm auf und tragen sie ins Social Web. Zentrale Fragen wurden nun in einer Studie des Forschungsschwerpunkts Kommunikationsforschung der Fachhochschule Düsseldorf in Zusammenarbeit mit der nacamar GmbH und der Kinowelt Television GmbH unter die Lupe genommen: Wie verbreitet und akzeptiert ist Social TV bei den Zuschauern? Was treibt die Nutzer dabei an und welche Inhalte werden genutzt? Überraschende Antwort: Die Nutzer rufen zumeist programmferne Inhalte ab. Unmittelbare an das TV-Programm anknüpfende Interaktionen stellen derzeit noch die Ausnahme dar.

 

Die Forschungsstudie von Projektleiter Prof. Dr. Sven Pagel und seinem Team konnte zeigen, dass ein Großteil der Probanden (78%) beim Fernsehen bereits auf ein zusätzliches mobiles Endgerät zurückgreift. Hierbei finden vor allem Smartphones (60,8%) und Laptops (58,8%) in hoher Regemäßigkeit Einsatz. So nutzen bereits 14,5% der Befragten den sogenannten Second Screen immer, 52% der Teilnehmer häufig und immerhin noch 28,8% der Probanden gelegentlich. Als Motive für die Nutzung von Social TV gaben die Teilnehmer die Suche nach Information (54,2%), Spaß (48,6%), Geselligkeit (30,6%) und Kommunikation (22,2%) an. Dazu Bastian Dinter, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungsschwerpunkt Kommunikationsforschung: „In Abgrenzung zur klassischen TV-Nutzung (lean back) steht beim Social TV das Bedürfnis nach einer aktiven Medienrezeption (lean forward) im Fokus. Dies äußert sich z.B. durch eine verstärkte Suche nach einer Anschlusskommunikation.“

 

Sowohl private Sender als auch öffentlich-rechtliche Fernsehanstalten befeuern durch neue Interaktionsformen diesen Trend. So wächst beispielsweise stetig die Zahl der virtuellen Ermittler beim öffentlich-rechtlichen „Tatort“. Kinoliebhaber diskutieren über Facebook bei privaten Sendern wie KinoweltTV. Die Kommunikation ist offen, schonungslos und vor allem in Echtzeit. Erkenntnisse der Studie fließen direkt in die Programmarbeit des Pay-TV-Senders KinoweltTV ein, dessen HbbTV-Lösung ebenfalls untersucht wurde. „Social TV steckt derzeit noch in den Kinderschuhen. Wir verstehen uns jedoch als Social TV-Pionier und nehmen viele Ergebnisse aus dieser Studie für die Fortentwicklung unseres Angebots mit“, erklärt Stefan Westphal, verantwortlich für das HbbTV-Projekt von Kinowelt TV.

 

Der New Media Full Service Provider nacamar hat die Umsetzung der Studie mit onteve®, einer Plattform für Multiscreen-Playout, Apps und Social TV-Zusatzdiensten technisch unterstützt. Diese Plattform bietet Schnittstellen zwischen beliebigen HbbTV-Anwendungen und sozialen Netzwerken. „Wir sind kontinuierlich auf der Suche nach Innovationen im Bereich des digitalen Fernsehens und der Onlinemedien. Die Zusammenarbeit mit Hochschulen ist hierbei ein zentraler Impuls für uns“, lobt Uwe Schnepf als Geschäftsführer von nacamar die Zusammenarbeit mit der FH Düsseldorf. Die Untersuchung erfolgt mittels einer qualitativen (acht Interviews und zwei Fokusgruppen) und quantitativen (n=194) Nutzerbefragung. An der Studie nahmen Probanden im Alter von 18 bis 70 Jahren (M=30.88; SD=10.36) bei einem recht ausgewogenen Geschlechterverhältnis (w=44,8%; m=55,2%) teil. Das Forschungsprojekt wurde im Rahmen der hochschulinternen Forschungsförderung der Fachhochschule Düsseldorf angefertigt und ergänzt bisherige Arbeiten des Forschungsschwerpunkts Kommunikationsforschung im Bereich der digitalen Medienforschung.

 

Das Forscherteam der FH Düsseldorf wird sich weiterhin intensiv mit dem Forschungsfeld Bewegtbildkommunikation in Internetmedien beschäftigen. Aktuell beginnen Sven Pagel und Horst Peters mit ihrem Team eine bundesweite Studie zu Corporate TV, die Effekte von Mitarbeiterfernsehen für Unternehmen aller Größenklassen bis Ende des Jahres 2013 untersuchen wird.

 

Forschungsschwerpunkt Kommunikationsforschung
Der Forschungsschwerpunkt Kommunikationsforschung ist ein vom Land NRW anerkannter Forschungsschwerpunkt der Fachhochschule Düsseldorf. Mit den beteiligten Fachbereichen Wirtschaft, Medien, Design sowie Sozial- und Kulturwissenschaften ist er interdisziplinär ausgerichtet. Ziel des Forschungsschwerpunkts ist die Generierung wissenschaftlicher Erkenntnisse an der Schnittstelle von Betriebswirtschaftslehre, Medieninformatik und Kommunikationswissenschaften bei der Untersuchung von Medienkommunikation und Marketingkommunikation.

 

nacamar GmbH
Gegründet 1995 als nacamar GmbH, zwischenzeitlich World Online, später Tiscali Business gehört nacamar heute als New Media Full Service Provider zur Unternehmensgruppe der ecotel communication AG und bietet Geschäftskunden aus der Medienbranche New Media- sowie weiterführende Internet- und Datendienste an. Wer heute bei seinem Internetauftritt oder seinem Geschäftsmodell auf hohe Verfügbarkeit und qualitativ hochwertiges Hosting und Streaming der Audio- und Video-Inhalte Wert legt, findet in nacamar den richtigen Partner. nacamar bereitet Radio- und TV-Inhalte für das Internet auf und liefert sie anschließend live, on-demand oder als Podcast/ Vodcast über das Internet an die Internet-Nutzer aus. Als einer der Pioniere des Streamings in Deutschland betreibt nacamar seit vielen Jahren eine eigene Streaming-Plattform im konzerneigenem Rechenzentrum mit Anbindung an alle wichtigen nationalen und internationalen Netze.

 

Kinowelt Television GmbH
Der digitale Spielfilmsender KinoweltTV wurde 2004 gegründet und ist der erste deutsche Sender, der sich ganz und gar der Ausstrahlung qualitativ hochwertiger Spielfilme verschrieben hat. Seitdem bringt KinoweltTV großes Kino ins Fernsehen: KinoweltTV steht für europäische und amerikanische Kultfilme, Arthaus- und Independent-Movies, Klassiker großer Regisseure und Schauspieler sowie regelmäßige thematische Filmreihen. Anspruchsvolle Unterhaltung wird bei KinoweltTV ohne Werbeunterbrechung präsentiert, ungeschnitten und mit Begeisterung für jeden einzelnen Film. Bereits über 4,3 Millionen Abonnenten empfangen KinoweltTV in Deutschland, Österreich und der Schweiz per Kabel, Satellit und IPTV z.B. über Kabel Deutschland, Sky, Unity Digital TV, Eutelsat KabelKiosk, UPC Cablecom, KabelBW, Primacom, Tele Columbus, Swisscable, T-Entertain, Vodafone, Liwest, UPC Austria und Telekom Austria. Seit Mai 2012 strahlt KinoweltTV HD das gesamte Programm als Simulcast auch in HD aus.



Die Studie zeigt, dass ein Großteil der Probanden (78%) beim Fernsehen bereits auf ein zusätzliches mobiles Endgerät zurückgreift. Foto: Bastian Dinter